Die beste Selbstverteidigungs-Technik gegen Messerangriffe

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 Die beste Selbstverteidigungs-Technik gegen „Messerangriffe“

Viele Schulen der Selbstverteidigung widmen sich ausgiebig dem Thema „Bewaffneter Angreifer“ oder  „Angreifer mit Messer“. Es werden dutzende Techniken der Abwehr und Entwaffnung  trainert. Aber macht das wirklich Sinn? Werden die unzähligen Techniken, wie zum Beispiel beim Krav Maga, der Realität überhaupt gerecht? In diesem Artikel lernst du, warum es nur eine sichere Selbstverteidiungs-Technik gegen Angreifer mit dem Messer gibt.


 

Warum gibt es neuerdings so viele „Messerattacken“ und „Messerangriffe“?

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Kein Tag ohne Messerangriffe…

Jeden Tag findet man selbst in der Lokalzeitung einen Bericht über einen sogenannten  „Messerangriff“ oder eine „Messerattacke“. Die Opfer sind meist schwer verletzt – oder einfach tot.

Dass ein Opfer einen solchen Angriff nur leicht verletzt übersteht, ist äußerst selten. Ganz egal, ob es sich dabei um Überfälle, eskalierende Schlägereien oder um sogenannte „Beziehungstaten“ handelt.

Für Gewalttaten ein  Messer zu benutzen, wird immer beliebter. Zumindest gilt das für die, meist neuen, Mitglieder „unserer“ Gesellschaft, die in Kauf nehmen, dass ihr Opfer nach dem Übergriff nicht mehr unter den Lebenden weilt.

Die Beliebtheit des Messers ist kein Wunder, denn aus rein taktischer Sicht ist das Messer die ideale Nahkampf-Waffe für Angriff und Verteidigung.

Ein Messer ist

  • leicht zu verstecken
  • schnell und unauffällig zu ziehen
  • braucht wenig Vorkenntnisse und Training
  • absolut zuverlässig (keine Munition, kein Verschleiß, keine Ladehemmung)
  • billig
  • überall erhältlich
  • von einem erfahrenen Täter eingesetzt, auch von „Profis“ nicht abzuwehren
  • nach einer Tat leicht zu entsorgen
  • bei einer Kontrolle leicht zu rechtfertigen (für die Brotzeit dabei…)

Diese Aufzählung sollte die Beliebtheit des Messer bei Gewalttätern erklären. Die Wahl der richtigen Waffe ist alleine eine Frage der Effizienz (siehe meine Artikel: Waffen zur Selbstverteidigung).

 

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Messerverbote, so schlau und sinnvoll wie Gabelverbote

Messerverbote verschleiern nur das Problem

Der unvermeidliche, reflexhafte Ruf nach Verboten beweist die mangelnden logischen Fähigkeiten des Rufers. Messer Verbote sind absolut sinnfrei – jedes gute Küchenmesser hat mehr letales Potential, als ein gefährlich aussehendes „Tactical“-China-Import-Einhandmesser mit Öffungsautomatik.Allein durch Reichweite, Form und Stabilität.

Ob ein Täter mit einem „Kampfmesser“ oder mit einem Ausbein-Messer aus dem Fleischerei-Bedarf zu sticht, macht für das Opfer keinen Unterschied. Beide perforieren Organe und durchtrennen Arterien gleich gut. Mehr nicht.

Profis können sich auch mit Opas Klapp-Taschenmesser wehren, wenn es sein muss. Ein Messer ist vorne spitz und an der Seite scharf – und in erster Linie ein praktisches, alltägliches Werkzeug.

Auch bestimmte Bereiche zu „Waffenfreien Zonen“ zu erklären, ist so sinnvoll, wie eine No-Go-Area zur „Kriminalitätsfreien Zone“ zu erklären. Kriminelle halten sich per Definition nicht an Regeln und Gesetze. Eigentlich ganz einfach zu verstehen. Das Problem liegt woanders: Heute wird oft das Messer benutzt, wo früher „nur“ die Fäuste zur Konfliktlösung benutzt wurden!

Das politische Minenfeld, das sich mit den eindeutigen Ursachen dieser Häufungen beschäftigt, wollen wir hier nicht betreten. Vielmehr geht es hier um ganz praktische Fragen: Wie schütze ich mich bei der Selbstverteidigung gegen Messerangriffe? Was ist die beste Selbstverteidigungstechnik gegen Messerattacken? Gibt es die überhaupt?

Dazu zur Einstimmung ein kurzes Video:


Die beste Selbstverteidigungs-Technik gegen Messerangriffe-Messerabwehr
Lässt sich ein Messerangriff „sicher“ abwehren?

Die sicherste Selbstverteidigungs-Technik bei Messerattacken

Du kannst so viele Selbstverteidigungs-Techniken gegen Messerangriffe und Messerabwehren lernen, wie du willst. Letztlich gibt es nur eine sichere Selbstverteidigungs-Technik, wenn dir jemand, mit einem Messer in der Hand, gegenüber steht: Wegrennen! Lauf so schnell du kannst und bring dich in Sicherheit!

Bei jeder Technik, bei der du Körperkontakt mit dem Angreifer hast, wirst du zu 90% Schnitt- oder Stichverletzungen nicht vermeiden können. Wenn du Glück hast, bekommst du nur ein paar tiefe, aber harmose Fleischwunden ab.

Wenn du Pech hast, hast du vielleicht den Angreifer entwaffnet und unter Kontrolle gebracht, aber dafür ein paar Löcher im Körper und noch ein paar Sekunden zu leben. Das ist die unangenehme Realität der ganzen „Messerentwaffnungs-Techniken“.

 

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Nur die Hände: Glimpflicher Ausgang einer Messerabwehr

Die drei Formen der „Messerattacke“

Die Wörter Messerattacke oder Messerangriff sind im Prinzip völlig unsinnig. Sie lenken von der Ursache des Problems ab: Nicht das Messer greift an oder attackiert- es ist der Täter, der das Messer bewusst benutzt!

Sehen wir uns dazu einmal die verschiedenen Szenarien an, die im Zusammenhang mit einem „Messermann“, auftreten können. Denn um  in das Thema Messerabwehr einzusteigen, ist es sehr wichtig zu verstehen, dass ein Täter seine Waffe zu ganz einem bestimmten Zweck und auf unterschiedliche Weise einsetzt.

Es gibt drei Arten der Messerattacke:

  • den statischen Einsatz des Messer
  • den dynamischen Einsatz des Messer
  • den attentats-artigen Einsatz des Messers

 


Die drei Formen der „Messerattacke“:
Der statische Einsatz des Messers

Beim statischen Einsatz wird das Messers zur Drohung benutzt, z.B. bei einem Überfall oder einer Vergewaltigung. Der Täter benutzt das Messer statisch, er sticht also (noch) nicht zu. Mit der Drohuung soll ein bestimmtes Verhalten erreicht werden: Kooperation.

 

Kooperation in Selbstverteidigungs-Situationen: Ja oder Nein?

Daraus ergibt sich gleich eine Frage: Ist es bei einer statischen Messer-Situation sicherer, zu kooperieren, als zu kämpfen? Ist es weniger riskant, genau das zu tun, was der Täter will?  Es gibt leider keine 100% sichere Empfehlung, wie man unverletzt aus so einer brenzligen Situation herauskommt.

Es gibt lediglich eine Faustregel: Lieber Geld, als das Leben verlieren. Zieht ein Räuber mit der Brieftasche von dannen, lässt sein Ziel aber unverletzt und lebendig zurück, dann ist das aus der Selbstschutz-Perspektive, ein idealer Ausgang einer potentiell tödlichen Konfrontation. Leider gibt es keine Garantie, dass eine Situation allein durch Kooperation glimpflich endet.

In manchem Selbstverteidigungs-Ratgeber kann man den Satz „Wer droht, sticht nicht!“ lesen. Dieser Satz ist gefährlicher Unsinn. Nur ein einziger unvorhergesehener Faktor und der Täter gerät möglicherweise in Panik oder Wut und sticht dann trotzdem zu.

Fehlende Impulshemmung und Gewaltkriminalität gehen Hand in Hand. Was ist, wenn der Täter zusätzlich unter Drogen steht? Was ist, wenn er intellektuell nicht in der Lage ist,  sein Verhalten zu reflektieren? Was, wenn es für ihn aus „kulturellen“ Gründen völlig in Ordnung scheint, aus einen Einbruch, Überfall oder einer Vergewaltigung einen Mord zu machen?

Selbstverteidigung-Selbst-Lernen-Tipp: Kooperation mit dem Täter ist keine Garantie für einen glimpflichen Ausgang!

Bei einer Konfrontation mit einem Gewalttäter gibt es nie eine Garantie. Verhalten ist nie völlig vorhersehbar. Deshalb gilt auch während der vorübergehenden Kooperation mit einem Täter: Keine Nachlässigkeit!

Es gilt:

  • 100%  Aufmerksamkeit
  • 100% Kampfbereistchaft
  • 100%  Fluchtbereitschaft

bis zum eindeutigen Ende der Selbstverteidigungs-Situation!

 

Angriff statt Kooperation bei statischen Messerangriffen

In zwei bestimmten Selbstverteidigungs-Szenarien scheint es ein guter Rat zu sein, selbst zuerst mit einem Präventiv-Angriff gegen den Täter vorzugehen, wenn er seine Waffe (noch) statisch zur Drohung einsetzt:

Es gilt:

  • Keine Kooperation bei Erzwingung eines Wechsel des Ortes
  • Keine Kooperation bei Vergewaltigungen

Der Hintergrund ist folgender: statistisch ist es heutztage recht unwahrscheinlich, körperlich unverletzt oder lebendig aus diesen Szenarien herauszukommen. Ein Ortswechsel dient meist dazu, keine Zeugen für das eigentliche Verbrechen (Entführung, Vergewaltigung, Mord) zu haben. Dazu zählt auch das Einsteigen in ein Auto.

Bei Vergewaltigungen, besonders in der Gruppe, reicht ein Blick in die Medien um festzustellen, welche Konsequenzen die Kooperation haben kann.

Ein mit allen Mitteln und äußerster Vehemenz geführter Präventiv-Angriff, ist in beiden Fällen taktisch gesehen der beste Weg, wenn sich keine Möglichkeit zur Flucht bietet. Am besten werden bei diesem Präventiv-Angriff  (mehr oder weniger) improvisierte Waffen benutzt und vor allem keine Rücksicht auf den Täter genommen. Die Situation ist erst durch dieKampfunfähigkeit des Täters oder eine erfolgreiche Flucht beendet.

Besonders für Frauen ist es in diesen Situationen besser, das Risko einzugehen, im Kampf verletzt zu werden, als zu kooperieren und später wehrlos dem Täter oden den Tätern ausgeliefert zu sein.

Selbstverteidigung-Selbst-lernen-Tipp: Vorsicht! Dies sind theoretische taktische Ratschläge, denn z.B. rechtlich kann die Lage, wie immer, völlig anders aussehen.

 

Verteidigung gegen statische Messerangriffe

In Selbstverteidigungskursen lernt man am häufigsten Techniken gegen statische Bedrohungen. Nicht weil diese besonders häufig in der Realität auftreten, sondern weil sie unter Trainingsbedingungen leicht zu üben sind. Allerdings hat dieses Training nichts mit der Realität zu tun.

Ein Täter, der sein Messer wirklich nur zur Drohung benutzten will, lässt sich dieses trotzdem nicht mit irgendwelchen halbgaren Tricks abnehmen. In der Realiät wird es eher zu einem gefährlichen Gerangel um die Klinge kommen. Der Ausgang ist ungewiss.

Das heißt nicht, das alle Entwaffnungstechniken wertlos sind. Aber so leicht, wie einem im Selbstverteidigungs-Training, diese feinmotorischen, komlexen Techniken von der Hand gehen, so schwer ist es, diese Techniken unter Angst und Stress bei einem unberechenbaren, bewaffneten, echten Gegner anzuwenden. Es sind zwei völlig verschiedene Welten.


Die drei Formen der „Messerattacke“:
Der dynamische Einsatz des Messers

Beim dynamischen Einsatz des Messers, ist ein Konflikt bereits im Gange, bevor die Klinge im Spiel ist. Der Konflikt kann dabei nur verbal oder bereits körperlich sein. An einem bestimmten Punkt zieht der Täter (meist) unbemerkt sein Messer und sticht zu. Ohne vorher zu drohen.

Es gibt auch Szenarien, in denen der Täter sein Messer erst präsentiert und dann zusticht. Aber ein professioneller Angreifer zeigt seine Waffe nicht, um den Überaschungseffekt auszunutzen. Denn ein dynamischer Einsatz des Messers zielt, im Gegensatz zum statischen, auf die Tötung oder zumindest die Verletzung des Gegenübers ab. Die Drohung ist dabei überflüssig.

 

Verteidigung gegen dynamische Messerangriffe

Kann man sich gegen dynamische Messernangriffe sicher zur Wehr setzen? In der Theorie ja, in der Praxis nein. Es praktisch  so gut wie unmöglich, früh genug auf einen dynamischen Angriff mit dem Messer  zu reagieren. Dynamische Messerangriffe gehen schnell von statten. Sehr schnell. Jemanden in 2 Sekunden 10 Stiche zu versetzen, ist keine Kunst. Bereits ein Stich kann tödlich sein.

Die meisten Überlebenden eines dynamischen Messerangriffes berichten davon, dass sie gar nicht mitbekommen haben, dass ein Messer im Spiel war. Sie hielten die Stiche für Schläge. Erst nach dem eigentlichen Angriff wurde ihnen bewusst, dass sie durch eine Klinge verletzt wurden.

Natürlich ist es trotzdem sinnvoll, zu versuchen die Klinge auf irgendeine Art aufzuhalten (durch Greifen, Wegschlagen oder Blockieren). Bei einem echtem Angriff hat das wenig mit den beeindruckend aussehenden Messerabwehrtechniken aus dem Training zu tun. Es ist nur noch Schadensbegrenzung am eigenen Körper, selbst wenn man dabei die Klinge mit den Händen greifen muss, um wichtigere Ziele zu schützen.


Die drei Formen der „Messerattacke“
Messerangriff: Der Attentats-artige Einsatz des Messers

Die dritte und letzte Form des Messerangriffes ist der Attentats-artige Einsatz des Messers. Bei dieser Variante sticht der Täter unvermittelt aus dem Hinterhalt zu. Und zwar so, dass er von seinem Ziel vor dem Angriff nicht als Bedrohung, oder überhaupt nicht wahrgenommen wird. Der Täter muss für seinen Angriff sehr nah an sein Opfer heran, das gelingt unaufällig und unbemerkt am besten.

Attentats-artige Messerangriffe können von hinten, von vorne, von der Seite und einfach im Vorbeigehen ausgeführt werden.  Gegen diese Angriffe gibt keine funktionierende Technik der Verteidigung – ausser Aufmerksamkeit und Abstandskontrolle. Aber z.B. in einem Gedränge funktioniert das nicht.

Früher blieben diese Attentate auf „hochrangige“ Personen, wie Politiker beschränkt. Heute werden diese attentats-artigen Messerangriffe aber auch gegen Zufallsopfer ausgeführt, meistens durch religiöse Fanatiker.


 

Fazit: Beim Messerangriff ist Rückzug die beste Verteidigung

Ich denke, es sollte in diesem Artikel klar geworden sein, dass es bei der Verteidigung gegen einen Angreifer mit Messer keine sichere Selbstverteidigung-Technik gibt, als so schnell wie möglich, Sicherheitsabstand auzubauen. Rückzug und Flucht sind besser, als das Gerangel um die Klinge, das sich aus jeder verpatzten Messerabwehr oder Messerentwaffnung ergibt. Die Umstände einer einer Selbstverteidigungs-Situation erlauben nicht immer einen schnellen und sicheren Rückzug. Deshalb gibt es es noch eine Vielzahl an Techniken und Konzepten, die im Ernstfall nützlich und wirksam sein können. Die Betonung liegt allerdings auf Können.

Selbstverteidigung-Selbst-Lernen-Tipp: Optimiere dein Training gegen Messerangriffe! Bevor du deine Trainingszeit mit Messerabwehr-Techniken vertrödelst, solltes du wissen, wie Messerangriffe in der Realität ablaufen und vor allem welche Dynamik ihnen innewohnt. Videoanalysen von Überwachungskamera-Aufnahmen sind ein dazu guter Start. Sieh dir Aufnahmen von echten Angriffen auf den bekannten Videoplattformen an. 

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Ein Augenöffner: Echte Szenarien  mit Trainingsmessern aus Gummi nachspielen!

Der nächste Schritt ist, die Szenarien der Videos realististisch mit einem versierten Partner und  guten Trainingswaffen nachzuspielen. Diese Erfahrung wird dir die Augen öffnen, garantiert. Du wirst dein Training danach dramatisch ändern. 

 

 

 

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